Schon einmal von Agroforst gehört?

Falls nicht, dann klären wir dich gerne auf: Agroforst sind sind ökologische Anbausysteme aus einer Kombination von Bäumen und landwirtschaftlichen Unterkulturen, die auf derselben Fläche stehen. In der Schweiz sind das beispielsweise Hochstamm-Obstgärten mit einer Weidehaltung oder Feldkulturen als Unternutzung. In Indien sind es dann eher Muskatnussbäume, Kakaopflanzen und Gemüsebeete. Eine bunte Mischung aus Bäumen, Ackerbau und Tieren – das pure Gegenteil einer Monokultur also.
Agroforstsysteme bergen viel Potenzial für den Umwelt- und Klimaschutz. Sie haben verschiedene ökologische Vorteile, wie:
– Erosionsschutz und die Verhinderung von Nährstoffauswaschung
– Kohlenstoffbindung im Boden
– Biodiversität
In einer Untersuchung von Agroscope, der Agrarforschung des Bundes, konnte gezeigt werden, dass eine Umwandlung von Nutzfläche in Agroforstsysteme eine grosse Menge an Treibhausgasemissionen kompensieren kann.

Crowd Container

Das Startup Crowd Container organisiert seit 2016 Sammelbestellungen für Lebensmittel und bezieht diese direkt bei den Produzent*innen, dabei werden alle Lebensmittel in besagten Agroforstsystemen oder anderen Formen von regenerativer Landwirtschaft angebaut. Ihr Produkt «Amazonas» zum Beispiel, ein Kaffee aus Agroforst im Bergregenwald von Peru, ist ihr Vorzeigeprodukt. Gemeinsam mit Myclimate wurde eine Studie in Auftrag gegeben, um die ökologischen Vorteile dieses Anbausystems im Vergleich zum konventionellen Kaffeeanbau zu beziffern. Daten von Bäumen, Boden, Feldern, aber auch von der Verarbeitung und vom Transport wurden analysiert und lieferten den gesamten Fussabdruck des Regenwald-Kaffees. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Kaffee aus Brasilien schnitt der peruanische Kaffee deutlich besser ab. Die Umweltbelastung ist 2.4 mal geringer bei Agroforstsystemen als beim konventionellen Anbau. Das ist in diesem Fall vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen: keine künstliche Bewässerung, die Bewirtschaftung von Hand und die geringen Mengen an Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Der Anbau fällt generell als Umweltfaktor, über den ganzen Lebenszyklus hinweg, am deutlichsten ins Gewicht. Umso wichtiger ist es also, dass bereits beim Anbau auf umweltfreundlichere Methoden gesetzt wird.

(Link zur Quelle)

Crowd Container wurde durch die Studie von Myclimate in ihrer Vision einer klimapositiven Landwirtschaft bestärkt. Agroforstsysteme bergen ein enormes Potenzial für eine nachhaltigere Landwirtschaft, denn die Anbaumethode ist entscheidend, wie die Zahlen von Myclimate belegen. Für einen Systemwechsel in der Landwirtschaft sind aber nicht nur die Produzent*innen, sondern auch die Konsument*innen gefragt. Im Vergleich zum industrialisierten, konventionellen Anbau sind Agroforst-Systeme zwar etwas aufwendiger in der Bewirtschaftung, doch macht dieser Mehraufwand nur gerade mal 5 Rappen auf eine Tasse Kaffee aus. Wir sollten uns viel mehr darauf achten den Produzent*innen, die klimafreundliche Anbaumethoden bereitstellen, wirklich kostendeckende Preise für ihre Produkte zu bezahlen – denn nur so geht soziales und nachhaltiges Wirtschaften!

-> Klimafreundlicher Kaffee aus dem Regenwald
-> MyClimate Studie